Präventionsfachtag Radikalisierung 2022

 

“Globale Krisen und Demokratie –

phänomenübergreifende Radikalisierungsprävention im Kontext Schule und Jugendarbeit”

Wir leben in einer Zeit, in der Krisen unseren Alltag beherrschen. Der Klimawandel, die Corona-Pandemie und der Ukraine -Krieg sind dabei die aktuell wohl präsentesten, aber nicht die einzigen.

Wer die konfliktreichen globalen Ereignisse auf sich wirken lässt, kann – ein bisschen überspitzt formuliert– schnell in „Endzeitstimmung“ geraten. Insbesondere bei jungen Menschen ist dabei mittlerweile ein Gedanke sehr verbreitet:

 

„Die Erde brennt“.

Jugendliche in Deutschland bringen eine Vielfalt von biografischen, sozialen, kulturellen und religiösen Erfahrungen mit. Internationale Konflikte wie in Syrien oder Israel und Palästina spielen für viele eine wichtige Rolle – nicht nur, aber auch aufgrund familiärer Migrationsgeschichten.

In verschiedenen extremistischen Spektren werden Krisen und internationale Konflikte zu Rekrutierungszwecken instrumentalisiert – eine Gefahr, der insbesondere junge Menschen mit

ihren individuellen Sorgen und Ängsten vermehrt ausgesetzt sind.

Der Mangel an Räumen, in denen die Äußerung von Emotionen und der Austausch von unterschiedlichen – auch gegensätzlichen – Erfahrungen und Perspektiven möglich ist, verfestigt Feindbilder und schürt Aggressionen, die sich auch in Konflikten im Klassenzimmer oder in Jugendgruppen äußern.

Die Anerkennung der Betroffenheit und die Möglichkeit, sich zu diesen Konflikten zu positionieren, ist dabei ein Ansatz, der dem Rückzug auf nationalistische oder extremistische Identitätsangebote unterschiedlicher Couleur entgegenwirkt, indem herausgearbeitet wird, wieviel Jugendliche als Generation – unabhängig von ihrer Herkunft – gemeinsam haben, und was sie unabhängig von biographischen Selbstverortungen teilen.

Der 5. Präventionsfachtag Radikalisierung Würzburg steht ganz im Zeichen der aktuell globalen Krisenlage. Neben den Themen Coronakrise/Querdenkerszene, Nahostkonflikt und Ukrainekrise wird auch die Klimakrise und deren Instrumentalisierung durch die extrem Rechte ein Thema unseres diesjährigen Fachtages sein. Der Fokus liegt hierbei grundsätzlich auf extremistischen Rekrutierungsversuchen, die damit einhergehen, potentiellen Gefahren für Jugendliche und möglichen präventiven Maßnahmen im Kontext Schule und Jugendarbeit.

Im Vortragsprogramm am Vormittag gibt die bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) zunächst einen Überblick zur aktuellen Lage des Extremismus in Bayern und geht dabei insbesondere auf den Einfluss globaler Krisen auf verschiedene extremistische Spektren ein. In seinem Vortrag „Schule als Spiegel gesellschaftlicher Konflikte“ wird der Islamwissenschaftler und Publizist Dr. Michael Kiefer  die pädagogische Perspektive auf globale Krisen beleuchten.

Am Nachmittag haben die Teilnehmer:innen des Fachtages Gelegenheit, in verschiedenen Workshops und vertiefenden Vorträgen Handlungsoptionen in Form von präventiven Angeboten und Strategien für die individuelle Praxis mitzunehmen.

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